Vor einigen Jahren war ein Referent zum Thema “individuelle Föderung” bei uns zu einer schulinternen Fortbildung. Leider komme ich gerade nicht mehr auf seinen Namen, werde ihn aber ergänzen, sobald ich ihn herausgefunden habe.

Das folgende, erfolgreich in Mathematik der Klasse 6 erprobte, Programm beruht (zumindest für mich) auf einer Idee dieses Referenten. Ich würde es als Mischung von

bezeichnen (siehe auch: https://besondersbegabte.alp.dillingen.de/index.php/foerdermethoden), bin da aber selbst kein Experte.

Die Idee

Besonders leistungsstarke SchülerInnen bereiten sich selbstständig, während des regulären Unterrichts, auf die nächste Klassenarbeit vor und schreiben 2-3 Wochen vor der eigentlichen Arbeit einen “Bestehensnachweis” (”Probearbeit”). Können die SchülerInnen hier zeigen, dass sie schon alles für die Arbeit nötige können, dürfen sie sich mit einem mathematischen Thema ihrer Wahl vertieft beschäftigen und ihre Ergebnisse später als ExpertInnen der Klasse präsentieren.

Zum genaueren Ablauf

Bevor ich überhaupt begonnen habe, habe ich die Kinder und Erziehungsberechtigten über mein “Experiment” informiert.

Dann konnte es losgehen:

  1. Zuerst musste ich feststellen, welche Kinder für die Teilnahme in Frage kommen. Dabei habe ich es mir leicht gemacht und anhand der Leistung in der ersten Klassenarbeit entschieden.
  2. Da die Teilnahme freiwillig ist, habe ich die KandidatInnen und deren Erziehungsberechtigten gefragt, ob sie teilnehmen möchten. Dies war zum Gück bei allen (2 Mädchen und 2 Jungen) der Fall.
  3. Nun musste ich planen, wann und worüber die nächste Arbeit geschrieben werden wird. Während die Klasse normal von mir weiter unterrichtet wurde, lernten die vier räumlich getrennt von uns zusammen zunächst für den Bestehensnachweis. Dies war in diesem Fall besonders einfach, da der Klassenraum an einem ruhigen Lernraum grenzte, den ich durch zwei Glasscheiben einsehen konnte. Als dieser mal belegt waren, sind sie auf einen benachbarten Klassenraum ausgewichen.
  4. Der sich dieser Phase anschließende Bestehensnachweis, den ich nicht benotet habe, konnte von allen überzeugend bewälltigt werden und somit konnten alle in die nächste Phase.
  5. Es galt jetzt zunächst Themen zu finden. Ich wollte nicht, dass sie wieder “nur vorarbeiten”. So konnten sie sich offen und interessentengeleitet “umsehen”. Zwei entschieden sich für Kopfrechentricks und zwei für platonische Körper.
  6. Mit diesen Themen durften sie sich dann etwa 3 Wochen ausgiebig beschäftigen. Hier wurde z.B. deutlich, dass es bei einer großen Aufgabe hilfreich ist, wenn man sie sich gut überlegt, was man bis wann schaffen möchte usw.
  7. Nach der regulären Klassenarbeit konnten die ExpertInnen ihre Ergebnisse dann der Klassen präsentieren. Die Präsentationsart habe ich dabei bewusst offen gehalten. Da sie aber ja kaum am regulären Unterricht teilgenommen haben, habe ich die Präsentationen allerdings bewertet, um eine Bewertung der sonstigen Mitarbeit vornehmen zu können.